Die Elektroinstallation Unterverteilung ist der Verteilerkasten, der den Strom von der Hauptverteilung auf einzelne Stromkreise eines Geschosses, einer Wohnung oder eines Gebäudeteils aufteilt. Sie sitzt zwischen dem Hausanschluss und den Steckdosen, Leuchten und Verbrauchern und sorgt dafür, dass jeder Stromkreis einzeln abgesichert und schaltbar bleibt. Wer eine Elektroinstallation plant, erweitert oder saniert, kommt an diesem Bauteil nicht vorbei – im Folgenden erfahren Sie, wie eine Unterverteilung aufgebaut ist und welche Funktion die einzelnen Komponenten übernehmen.
Welche Funktion übernimmt die Unterverteilung im Stromkreis?
Eine Unterverteilung verteilt die von der Hauptverteilung kommende Energie auf mehrere kleinere Stromkreise – etwa für Steckdosen, Beleuchtung, Herd oder eine Fußbodenheizung. Statt jeden Verbraucher einzeln bis zum Zählerschrank zu verkabeln, bündelt sie die Zuleitungen und verkürzt so die Kabelwege innerhalb eines Gebäudeteils erheblich.
Gleichzeitig übernimmt sie eine Schutzfunktion: Fällt ein Stromkreis durch Kurzschluss oder Überlast aus, löst nur der zuständige Sicherungsautomat aus, während alle anderen Kreise weiterlaufen. Das erleichtert auch Wartungsarbeiten, weil einzelne Bereiche gezielt spannungsfrei geschaltet werden können, ohne das ganze Gebäude vom Netz zu nehmen.
Typisch eingesetzt wird eine Unterverteilung in mehrgeschossigen Häusern, bei mehreren Wohneinheiten, in Werkstätten oder bei größeren Anbauten – überall dort, wo die Wege vom Hauptverteiler zu lang oder die Anzahl der Stromkreise zu hoch für einen einzigen Zählerschrank wäre.
Aufbau des Verteilerschranks: Diese Bauteile gehören dazu
Im Inneren einer Unterverteilung sitzen die Komponenten auf einer Hutschiene, gemessen in Teilungseinheiten (TE), die die Breite der Reiheneinbaugeräte standardisiert. Zu den zentralen Bauteilen zählen:
- Leitungsschutzschalter (LS-Schalter): sichern jeden einzelnen Stromkreis gegen Überlast und Kurzschluss ab.
- Fehlerstromschutzschalter (RCD/FI): trennen den Stromkreis bei gefährlichen Fehlerströmen, etwa in Feuchträumen oder für Steckdosenkreise.
- Sammelschienen: verteilen Außenleiter, Neutralleiter und Schutzleiter gleichmäßig auf alle angeschlossenen Geräte.
- Reihenklemmen: verbinden ankommende und abgehende Leitungen sauber und normgerecht.
- Hauptschalter oder Trennvorrichtung: ermöglicht das komplette Freischalten der Unterverteilung.
Ergänzt wird das Ganze häufig durch Überspannungsschutzgeräte und, je nach Planung, durch Reserveplätze für spätere Erweiterungen. Ein gut dimensionierter Verteilerschrank hat immer noch freien Platz für künftige Stromkreise, die bei einer Nachrüstung sonst nur mit großem Aufwand ergänzt werden könnten.
Verkabelung und Anschluss der Unterverteilung
Die Zuleitung von der Hauptverteilung zur Unterverteilung ist selbst ein eigener, entsprechend groß dimensionierter Stromkreis. Je nach Gesamtlast kommen Kabel wie NYM für die Verlegung im Innenbereich oder NYY für die Erdverlegung zum Einsatz, mit Querschnitten von häufig 5×6 mm² bis 5×16 mm², abhängig von Leitungslänge und angeschlossener Leistung.
Bei der eigentlichen Elektroinstallation-Verkabelung innerhalb der Unterverteilung gilt eine einheitliche Farbkennzeichnung: braun, schwarz und grau für die Außenleiter, blau für den Neutralleiter und grün-gelb ausschließlich für den Schutzleiter. Diese Kennzeichnung ist keine Empfehlung, sondern verbindlich vorgeschrieben, damit jede Fachkraft die Adern eindeutig zuordnen kann.
Alle abgehenden Leitungen werden in der Verteilung auf einem Stromlaufplan dokumentiert, der jedem Sicherungsautomaten den zugehörigen Raum oder Verbraucher zuordnet. Diese Beschriftung ist bei jeder späteren Fehlersuche oder Erweiterung unverzichtbar und sollte bei Umbauten immer aktuell gehalten werden.
Welche DIN-Normen und Vorschriften gelten für die Unterverteilung?
Die technischen Anforderungen an eine Unterverteilung ergeben sich vor allem aus der DIN-VDE-0100-Normenreihe, die Schutzmaßnahmen, Leitungsschutz und die Pflicht zu Fehlerstromschutzschaltern für Steckdosen-, Bad- und Außenkreise regelt. Ergänzend definiert die DIN 18015 für Wohngebäude Mindeststandards zur Elektroinstallation, etwa Anzahl der Stromkreise je Raum und empfohlene Ausstattungswerte.
Ein praxisrelevanter Punkt der DIN 18015-1 ist die Vorgabe, in der Unterverteilung einen Reserveanteil von rund 20 Prozent an freien Plätzen vorzuhalten, damit spätere Erweiterungen ohne kompletten Austausch des Schranks möglich sind. Auch die eindeutige, dauerhafte Kennzeichnung aller Stromkreise ist normativ gefordert.
Wichtig für Bauherren: Die Errichtung und Erweiterung einer Unterverteilung ist eine Aufgabe für die Elektrofachkraft. Nur sie darf die Anlage nach Fertigstellung prüfen, messen und den Prüfbericht ausstellen, der bei Versicherung und Abnahme verlangt wird. Eigenmächtige Eingriffe an bestehenden Verteilungen sind nicht nur unzulässig, sondern bei Fehlern auch ein erhebliches Brand- und Personenrisiko.
Unterverteilung und Bus-Systeme: Was ändert sich bei Smart-Home-Technik?
Wird ein Gebäude mit einem Elektroinstallation-Bus-System wie KNX ausgestattet, verändert sich der Aufbau der Unterverteilung spürbar. Neben den klassischen Sicherungsautomaten finden sich dann zusätzliche Reiheneinbaugeräte wie Busankoppler, Schaltaktoren für Licht und Jalousien oder Heizungsaktoren, die zentral in der Verteilung sitzen.
Die 230-Volt-Ebene und die Bus-Ebene bleiben dabei getrennt: Für die Kommunikation der Busteilnehmer wird ein eigenes, meist zweiadriges Buskabel verlegt, während die Schaltleistung weiterhin über normale Elektroinstallationskabel zu den Verbrauchern fließt. Diese Trennung ist aus Sicherheitsgründen zwingend und darf nicht vermischt werden.
Für den Verteilerschrank bedeutet das in der Praxis mehr benötigte Teilungseinheiten und eine sorgfältigere Planung der Kabelwege, da neben der klassischen Verkabelung zusätzliche Steuerleitungen zu den Tastern, Sensoren und Aktoren geführt werden müssen. Wer eine Bus-Nachrüstung plant, sollte deshalb bereits bei der Erstinstallation ausreichend Platz und Leerrohre einkalkulieren.
Fazit
Die Unterverteilung ist das Bindeglied zwischen Hauptverteilung und den einzelnen Stromkreisen eines Gebäudes – sie schützt, verteilt und macht die Anlage übersichtlich wartbar. Aufbau, Verkabelung und Kennzeichnung folgen klaren normativen Vorgaben, deren Einhaltung nur eine Elektrofachkraft fachgerecht prüfen und umsetzen kann. Wer frühzeitig Reserveplätze und Bus-Verkabelung mitplant, spart sich spätere, aufwendige Nachrüstungen.